Pfaffaköche

Die erste Maskengruppe der NZ Ingerkingen e.V. ist die Pfaffaköche. Diese Figur stellt eine alte Pfarrhaushälterin dar, die nach einer Sage der Dorfgeschichte als Geist umhergeht, weil sie zu Lebzeiten geizig war. 
In der Geschichte Ingerkingens wird erzählt, daß die Menschen des Dorfs während des 30 jährigen Krieges (1618-1648) vor den plötzlich hereinfallenden schwedischen Truppen in ein Dickicht des nahegelegenen Waldes flüchten mußten. Aufgrund des überraschenden Überfalls konnten die Dorfbewohner so gut wie keine Nahrungsmittel mitnehmen. Die einzige, die kurz vorher schon von dem drohenden Angriff wußte, war die damalige Pfarrhaushälterin. Aus diesem Grund hatte sie noch die Zeit, um Nahrungsmittel einzupacken, bevor auch sie in den Wald flüchten mußte. Als die Belagerung längere Zeit angehalten hatte, ging den Flüchtlingen die wenige mitgenommene Nahrung aus und es drohte eine Hungersnot auszubrechen. Alles Bitten um Nahrung bei der Pfaffaköche half nichts, die Haushälterin verspeiste alles selbst, weshalb sie von einem der Hungernden dazu verflucht wurde, nach ihrem Tode als Geist durch eben dieses Dickicht des Waldes zu spuken, in dem sie sich versteckte. Nach der Sage soll die Pfaffaköche bereits des öfteren plötzlich aufgetaucht sein, wenn ein Mensch im Gedanken vertieft an dem Waldstück vorbeikam. Sie soll dann allerlei Schabernack mit dem armen Passanten getrieben haben.

Das Häs der Pfaffaköche ist von der Machart her an den Stil der Zeit um 1600 angepaßt. Es wurden bewußt edle Stoffe und ein Spitzenhäubchen verwendet, um zu zeigen, daß es sich nicht um eine arme Person gehandelt hat. Vorne am Häs wurde die koch- und haushältertypische Doppelknopfreihe und Schürze eingesetzt, um auf den Berufstand hinzuweisen. Als narrentypisches Handwerkzeug wird bei der Maskengruppe der Kochlöffel eingesetzt. Die Farbgebung wurde nach der Überlieferung und den damals machbaren Farben gestaltet.

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